Midissage Doris Scheuermann

 

Wir freuen uns sehr mit Doris Scheuermann eine Künstlerin für unsere Ausstellungsreihe gewonnen zu haben, die eine wahre Meisterin darin ist, mit wenig Mitteln viel darzustellen.

Die Linie bezeichnet auf direkte Art die Bewegung der Hand des Ausführenden: so lässt uns die Künstlerin Doris Scheuermann jedem Moment vom Anfang bis zum Ende des Werks teilhaben.

 

 

In konzentrierten Prozessen entstehen nur mit schwarzer, verdünnter Tusche oder Kugelschreiber gemalte Zeichnungen auf Papier. Sorgfältig hat Sie verschiedene Sorten von Papier geprüft, bis die gewünschte Qualität für das jeweilige Format gefunden wurde. Durch Überlagerungen scheinen sich die Zeichnungen zu bewegen, oder sie verbiegen sich tatsächlich unter Wasser und Farbe, bis sie haptisch erfahrbar werden. Dabei ist es Doris besonders wichtig die Linien passieren zu lassen; ihre Hand führt, bevor sich der Kopf einschalten kann. Darunter liegt eine stetige Auslotung von Reduktion als Stilmittel und wiedererkennbare Bildsprache.

Man könnte meinen, ihre Werke seien strenge Zeugen ständiger Wiederholung. Bei näherer Betrachtung und auch, wenn man Doris Scheuermann näher kennenlernt, merkt man, dass die Wiederholung ein Mittel ist, um an Leichtigkeit und Offenheit zu gewinnen, bis die Zeichnung den schmalen Grat zwischen Spontaneität und Perfektion erreicht hat.

Die verschiedenen Serien verfolgen Bewegungsabläufe wie Choreografien, bis aus wenigen Strichen Texturen oder Formen werden, die dennoch durch ihre monochrome Farbigkeit nicht im Wettbewerb zueinanderstehen.

Die Bilder von Doris Scheuermann erinnern nicht an Figuren, Dinge oder Landschaften, sondern an Worte, die zu Gedichten, Töne die zu einer Melodie geschrieben werden.

Kuratorinnen-Duo "Deep Blue"
Jeannette de Payrebrune & Jovita Majewski

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